Ökostromhandel in Echtzeit

Lange hieß es, Strom habe kein Mascherl. Mit der GUTMANN Strombörse hat er nun eins. Ein ökologisches noch dazu. Und mit eFriends einen innovativen Partner.

Das Team der 2019 gegründeten GUTMANN Energiesysteme hat einen klaren Auftrag: Die Energiespezialisten sollen sich um Wärme-, Kälte- oder Stromerzeugung ihrer Kunden kümmern, bevorzugt aus erneuerbarer Energie. „Der Schwerpunkt lag anfangs klar auf Wärmepumpen und Pellets, aber schon bald hat sich das Thema Photovoltaik als ergänzendes Produkt, etwa für die Warmwasserbereitung, aufgedrängt“, berichtet Geschäftsführer Christian Schwaiger. Sowohl kleinen private als auch große gewerbliche Anlagen wurden seither für Kunden geplant und gebaut, bei allen stellt sich aber die gleiche Frage: Was tun mit dem Reststrom? „Der Eigenverbrauch liegt beim Privaten bei 30 bis 40 Prozent, beim Gewerblichen ist er meist etwas höher“, weiß Schwaiger, der überschüssige Ökostrom wird ins Netz eingespeist. Bis vor Kurzem zu unbefriedigenden Tarifen. Daher dachte man beim Tochterunternehmen des Tiroler Energiehändlers GUTMANN „an ein Gesamtpackage, mit dem wir uns für unsere Kunden um die Bewirtschaftung ihres Reststroms kümmern können“, sagt Schwaiger.

Das Ergebnis der Überlegungen war eine Strombörse, in der Produzenten ihren überflüssigen Sonnenstrom mit an Ökostrom interessierten Konsumenten teilen bzw. damit handeln. Im Zuge der Vorarbeiten machte man sich bei GUTMANN Energiesysteme auch über Energy-Communities marktkundig und stieß dabei auf das niederösterreichische Startup eFriends. Deren Plattform ist eine Strombörse in Echtzeit: eFriend 1 speist seinen überschüssigen Strom ins Netz, eFriend 2 entnimmt ihn in Echtzeit. Als Kunde kann man sich seine Stromproduzenten selbst aussuchen – der Ökostrom, den man bezieht, bekommt somit ein Gesicht.

„Mit einem Wechsel zum Strom der GUTMANN Energiesysteme kann man Mitglied der regionalen Strombörse werden“, sagt Schwaiger. Die Teilnehmer sind dann auf der eFriends MAP vertreten, wo sie in Echtzeit sehen, wie viel Ökostrom aus der Community gerade zur Verfügung steht und wie viel dieser kostet. Dabei können alle eFriends untereinander selbst den Preis bestimmen.

„Technische Voraussetzungen sind – falls noch kein Smart Meter vorhanden ist – eine Art Messgerät, das von unseren Technikern in den Verteilerkasten eingebaut wird, und eine Internetverbindung“, erläutert Schwaiger. Am Anfang, räumt er ein, habe man durchaus an eine eigene Lösung gedacht, „wir sind aber der Überzeugung, je größer diese innovativen Energy-Communities sind, desto besser ist es für Stromproduzenten und Stromkonsumenten.“ Gutmann selbst wird auch ein eFriend. Tankstellen des Unternehmens werden mit PV-Anlagen bestückt, der überschüssige Ökostrom kann via eFriends in Echtzeit bezogen werden.

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